Ein Sommernachtstraum

So wie es Zugvögel jährlich in den Süden zieht, so zieht es uns, auf magische Art
und Weise, im zeitigen Frühjahr, zu Ausstellungen auf die Reise.

So geschehen im Jahre des Herrn, letztes Jahr und im Jahr davor und davor und…

Aug´ in Aug‘ mit unseren verehrten Kunden zu stehen, die uns Brot und leidliches

Auskommen bieten, mit ihnen das fachlich, qualifizierte Gespräch zu suchen.

Bieten feil, was uns als gut erscheint in der Hoffnung dass es der Kunde auch so meint.

Den Stand zu schmücken mit Fahnen und Sprüchen, Geräte zu stellen und mit Lampen zu erhellen.
Ach: “What a wonderfull world.”

Erneut und jedes Jahr, macht sich innere Spannung breit, wenn es heißt, “Es ist so weit”.
Der Tag ist jung, die Tore auf, doch ist es Brauch die Laudatio zu hören.

Gleichwohl und etwas breiter, als letztes Jahr, aber dennoch heiter, beginnen Ad´lige und

Abgeordnete aus nah und fern, ihren Abgesang auf Kunst, Politik und Kern.

Naja, und ohne Poesie, wie wir es gewohnt, Laudatio her, Laudatio hin, bleiben wir zum Schluss alleine drin.

Ganz im Ernst, diese Vorfreude auf eine neue Saison, mit interessanten Kunden und interessanten Geräten

um die eine oder andere Münze auf ein spärlich wachsendes Häuflein zu schaufeln, beflügelt mich, an den Sommernachtstraum, an Shakespeare zu glauben.

Den Esel vielleicht ausgenommen.

Parallel zu diesem Spiel, sind wir bei bösen Geistern, auch ein gelungenes Ziel.

In den fränkischen Hochgebirgen, bei Eingeborenen deren magische Lampen erst gestern zu glühen begonnen,

lässt sich als Aussteller mit High Tech – Geräten, die Arbeit, nur spärlich entgelten.

Seistrum, auch missionarische Arbeit will geleistet sein.

Doch lassen den Auftakt wir uns nicht vermiesen, es gibt noch andere, die nicht verdrießen.

Wer´s glaubt.

Es begibt sich zum Ende des letzten Aktes ein Szenario besonderen Taktes.

Ein gebürtiger und „Meister seiner Bürger“, hielt noch vor kurzem einen Abgesang auf Handel und Wandel

über Tradition, Händlern der Heimat und Großmut im Geben und verfällt bei mir, ins Gegenteil, nämlich ins nehmen.
Welch ein Bürger!

Handelt und feilscht, Zögert und hadert und ist desinteressiert an meinem Gelaber,

holt Rat von seiner Eische, die findet streitsam: “Alles nur Scheiße”.

So enden Gespräche in häufigem Tenor, und bringen mich bei Shakespeare an den Othello.

“Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan”

Wir bauen ab und können gehen.

„Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“
Zitat: Berthold Brecht

Doch Mut und Hoffnung sind uns eigen,

sie werden uns nächstes Jahr wohl wieder begleiten.

 

Text: Karl Rian

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